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Die Panelteilnehmer, Hr. MMag. Gaulhofer von der Presse sowie Vertreter des WdF und der VIST

Das VIST Panel 2011

Die Positionierung Europas in der Weltwirtschaft - und die Rolle Österreichs?

Harte Worte statt Humor am Faschingsdienstag: „Deklamationsprofis und Umsetzungsdilettanten", „es geht uns noch gut" und „keine Produkte, mit denen sich die Bevölkerung identifiziert", lauteten die Befunde bei der von der VIST Vienna International School of Thought und dem WdF Wirtschaftsforum der Führungskräfte veranstalteten Diskussion. Die Fragestellung des Abends war eine essentielle: Wie stellt sich Österreichs Rolle in der Weltwirtschaft künftig dar?

Schlüsseltechnologien und gute Leute

Ein Filmbeitrag mit professionell vom Institut für Medienproduktion (FH St. Pölten) eingefangenen „Stimmen aus dem Volk" eröffnete den Abend zur Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Infineon-Chefin Mag. Monika Kircher-Kohl verwies auf die wesentliche Rolle, die den Schlüsseltechnologien der Europäer (z. B. Mikroelektronik) zukommen wird. Allerdings könnten wir „uns weder Jammern, noch den verklärten Blick in die Vergangenheit leisten". Dr. Therese Mitterbauer, Geschäftsführerin der MIBA Hightech Coatings, sah vor allem den mangelnden Leidensdruck als Bremse für Reformen an: „Es geht uns noch zu gut". Vor allem bei Pensionen und Bildung müsse aber rasch im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit eingegriffen werden: „Wir haben gut ausgebildete Arbeitskräfte, aber zu wenig davon". „Auch in der Zwischenkriegszeit wurde schon über Verwaltungsreform gesprochen", erinnerte Dr. Gunther Tichy von der Akademie der Wissenschaften. Der emeritierte Volkswirtschafter verwies aber auf das Missverständnis, dass Exporte nur mit in den Zielländern raren Gütern möglich sei: „Heute erfolgt Außenhandel zu 90% mit Industriegütern zwischen Industrieländern". So gesehen, „könne nicht Besseres passieren, als dass alle Chinesen reich werden und unsere Produkte kaufen".

  

Strategie und Struktur fehlen

Wirtschaftsjournalist MMag. Karl Gaulhofer (Die Presse) ging als Moderator aber auch den Wachstumsrezepten der BRIC-Staaten nach. Vor allem eine konzertierte Vorgangsweise zeichne diese Staaten aus, war man sich am Podium einig: „Viel systematischer" sei etwa die chinesische Regierung bei den Konjunkturprogrammen unterwegs, berichtet Mag. Kircher-Kohl, „wir beschäftigen uns - und das Budget spricht da Bände - mehr mit Landwirtschaft als mit Hochtechnologie". In eine ähnliche Kerbe schlug Sektionschef i. R. Dr. Norbert Rozsenich, Uni-Rat der Boku Wien, der es schlicht unerträglich fand, „dass bei uns nunmehr fünf Minister für die Forschungs- und Technologiepolitik zuständig sind".

Abzuraten, so Dr. Tichy, sei in den kommenden Jahren von einem „Doping des Wachstums durch Budgetdefizite", wie es die USA praktizierten. Der Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, Mag. Richard Kühnel, sah im globalen Maßstab ohnehin nur mehr kleine Staaten („die einen wissen es schon, die anderen noch nicht"), die EU hingegen sei immer noch der größte Markt. Allerdings wurde die Technologiepolitik im Gegensatz zum Agrarbereich nicht europäisiert; „das europäische Rahmen-Programm ist nur komplementär zu nationalstaatlichen Aktivitäten zu sehen". Umso wesentlicher sei daher die gemeinsame Zielfestlegung der 27 EU-Länder: „Wenn's wir nicht machen, macht's niemand"!

 

 

Mehr Forschung, mehr Frauen, mehr Tempo

Mag. Roland Graf (WdF, rechts) und DI Siegfried Neubauer (VIST)

In eine änliche Kerbe schlug Hr. MMag. Gaulhofer in der Printausgabe der Presse vom 10. März 2011 mit dem Titel: Mehr Forschung, mehr Frauen, mehr Tempo - Uns geht es immer noch sehr gut, aber die Zukunft findet anderswo statt: Wie kann Österreich seinen Wohlstand behaupten?

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Eine praktische Reform-Möglichkeit gab es dann im Anschluss an die Diskussion. Dank anwesenden Notars konnte das Bildungsvolksbegehren vor Ort unterzeichnet werden. Rund ein Drittel der Anwesenden nutzen diese Gelegenheit.

Mit Zufriedenheit haben die Veranstalter den positiven Response der Teilnehmer am Panel 2011 vernommen, die trotz Faschingdienstag zu dieser Veranstaltung gekommen sind. Im Anschluss beim Bufett wurde bereits über das VIST Panel 2012 diskutiert.

 

Das VIST Team

Quelle: Mag. Roland Graf (WdF), Text adaptiert von der VIST